Die zwei Seiten des Darknet

Was wir vom Internet täglich sehen und nutzen, ist nur ein Bruchteil dessen, was es gibt. Im sogenannten Darknet können Informationen und Daten mit größtmöglicher Anonymität veröffentlicht und getauscht werden. Aber, was für die Informationsfreiheit in Ländern mit starker Zensur wichtig ist, zieht natürlich auch viele Kriminelle an. IT-Spezialist Werner Winter von der Mittelschule Neukirchen-Königstein klärte die Lehrkräfte der Walter-Höllerer-Realschule eindrucksvoll über das für die meisten unbekannte „Deep Web“ auf.

„Wir verbinden das Darknet sofort mit Kriminalität, Waffen, Drogen oder Kinderpornographie“, begann Winter seinen Vortrag, den Polizeihauptkommissar Wolfgang Sennfelder von der Kripo Amberg begleitete. „Doch sämtliche Daten, die durch Suchmaschinen wie „Google“ nicht erfasst werden, sind Teil des Darknets“, klärte er auf. Medizinische, wissenschaftliche oder schulische Datenbanken seien ebenso Teil dieser anonymen Welt des Internets. Auch um Oppositionsbewegungen oder Journalisten zu schützen und den sicheren Austausch von Sicherheitsbehörden zu gewährleisten, läuft der Datenaustausch übers anonyme Darknet.

 

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Äußerst interessiert zeigten sich die Lehrer der Walter-Höllerer-Realschule, als sie über das „Deep Web“ des Internets aufgeklärt wurden.

 

Im Internet dagegen sind wir nahezu gläsern – aus unser aller Konsumverhalten erarbeiten raffinierte und ausgereifte Programme Profile, die gezielt weiterkauft werden. „Wir könnten bei der Jobsuche abgelehnt werden, weil ein Arbeitgeber von im Internet bestellten Medikamenten weiß, die auf eine chronische Krankheit hinweisen“, zeichnete Winter ein Szenario, das gar nicht so unrealistisch ist.

Darknet: Geheimbünde des Internet

Ebenso interessiert hörten die Realschullehrer hin, wie leicht man ins Darknet kommen kann und die Anonymität durch komplizierte Verschlüsselungen gewahrt wird. Dort gebe es aber keine Suchmaschinen, sondern „Geheimbünde“, bei denen man stets ein „Logenmitglied“ kennen muss, um zu geheimen Treffen und zum Datenaustausch zu gelangen. Es sei eine gute Sache für alle, die Daten sicher austauschen wollen, aber leider auch eine Plattform für Kriminalität.

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Fluch und Segen zugleich: Das „Darknet“ garantiert zwar Datenschutz, ist aber auch ein Tummelplatz für Kriminalität.