Der neue Lebens(t)raum

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„Volles Haus“ im Capitol: Rund 200 Realschüler sahen die Dokumentation „Lebens(t)raum“. Ralf Volkert vom Kulturverein Kultopf sowie ein Filmemacher und eine Hauptakteurin standen den interessierten Jugendlichen Rede und Antwort.

Aus der Heimat geflohen – und was nun? Der Kulturverein Kultopf organisierte eine Filmvorführung im Capitol, bei der in der Dokumentation „Lebens(t)raum)“ junge Menschen erstaunliche Geschichten erzählen und viele Hintergrundinformationen geliefert werden. Von Studenten der OTH-Amberg-Weiden produziert, sahen sich nun 200 Realschüler das Schicksal von vier unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen an.

Man hätte Stecknadeln fallen hören, so gespannt lauschten die Neunt- und Zehntklässler der Walter-Höllerer-Realschule, als Dima und Saddam aus dem Irak, Biniam aus Eritrea und Imran aus Afghanistan sowohl von ihrer Flucht als auch ihrem jetzigen Alltag erzählten. Die Flucht ist mit dem Erreichen des neuen Heimatlandes noch lange nicht abgeschlossen und erst recht nicht verarbeitet. So gab der Film Einblicke in die Vergangenheit der jungen Menschen sowie deren Probleme, aber auch in ihren Lebensmut und Willen ein neues, glückliches Leben hier in der Oberpfalz zu führen. Alle vier lernen die neue Sprache und werden von ihren Vorgesetzten gelobt. Sie werden beispielsweise Altenpflegerin oder als Glaser ausgebildet; Bereiche, in denen dringend Fachkräfte benötigt werden.

Zwar hielten sich die Zuschauer bei der anschließenden Diskussion mit dem Filmemacher und einer Akteurin zurück, der Applaus nach der Vorführung zeigte aber, dass sie von der abwechslungsreichen Machart des Films als auch von den ergreifenden Schicksalen beeindruckt waren.

Passend zum Thema kann die Ausstellung „Neue Heimat Oberpfalz“ im Kulturstadl der Buchhandlung Volkert noch bis 13. Oktober besichtigt werden. Fotos von Thilo Hierstetter stellen geflohene Menschen mit Fluchthintergrund in den Mittelpunkt, die sich in der Oberpfalz ein neues Leben aufbauen möchten.